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Information

Als betreuende Person unterstützt du deinen Angehörigen bei vielen Aufgaben im Alltag.


bei alltäglichen
Tätigkeiten unterstützen


Anfangs benötigt die begleitete Person häufig Unterstützung bei ausgewählten Tätigkeiten im Haushalt.

Mithelfen im Haushalt: Ältere Menschen können oder wollen manche Haushaltstätigkeit nicht mehr durchführen, weil sie zu anstrengend ist oder sie durch eine Einschränkung nicht mehr durchgeführt werden kann. So kann das Erledigen von Haushaltsaufgaben zu einer regelmäßigen, gemeinsamen Routine werden. Lasse den Angehörigen Haushaltsaufgaben nach seinen Fähigkeiten und Vorlieben übernehmen. Den Rest übernimmst du.

Beim Einkaufen unterstützen: Einkaufen kann für ältere Menschen belastend sein. Plane den Einkauf gemeinsam und erstelle eine Einkaufsliste. Begleite den Angehörigen und unterstütze ihn bei der Auswahl der benötigten Produkte. Erledige den gemeinsamen Einkauf zu Zeiten, in denen weniger Personen im Geschäft sind. Es kann auch helfen, Geschäfte aufzusuchen, die dem Angehörigen vertraut sind.

Gemeinsames Kochen: Gemeinsames Kochen macht Spaß und kann der begleiteten Angehörigen das Gefühl vermitteln, bei einer alltäglichen Tätigkeit mitwirken zu können. Lasse deinen Angehörigen Aufgaben übernehmen, die nicht unter Zeitdruck erledigt werden müssen, zum Beispiel Gemüse waschen, Zutaten aufschneiden oder den Tisch decken. Auch das Essen zu planen (Auswahl eines Gerichts oder Einkaufsliste dazu erstellen) kann gemeinsam durchgeführt werden.

Falls du zu wenig Zeit hast, diese Aufgaben zu unterstützen, kannst du eine Haushalts- oder Heimhilfe organisieren. Frage dazu bei mobilen Pflegedienstleistern an.


sozialer Kontakt


Einsamkeit ist ein häufiges Problem älter werdender Menschen. Als Begleitperson bist du eine wichtige Kontakt - und Ansprechperson.

Gespräche führen: Nimm dir regelmäßig Zeit für Telefonate oder persönlichen Gespräche und passe die Gesprächsthemen den Interessen der betreuten Person an. Dies kann beruhigend wirken und eure Beziehung stärken. Achte darauf über Themen zu sprechen, die die begleitete Person gut erinnern und verarbeiten kann. Zeige Interesse an den Erzählungen der begleiteten Person, auch wenn diese sie wiederholt erzählt. 

Soziale Kontakte pflegen: Fördere Treffen mit Freunden, die Teilnahme an Familienfeiern oder religiösen Feiern für den begleiteten Angehörigen. Auch Seniorenangebote (z.B. Seniorentreffs) können einer älteren Person guttun.

Diese Aktivitäten können für die betreute Person zwar anstrengend sein, bieten ihr allerdings wertvolle Abwechslung zum Alltag. Achte darauf, dass die Dauer dieser Treffen und die Anzahl der beteiligten Personen bei diesen Treffen deinen Angehörigen nicht überfordert. Besuche im Bedarfsfall gemeinsam diese Treffen oder gib deinem Angehörigen die Gelegenheit dabei zu sein, indem du die Fahrt dorthin organisierst. Akzeptiere es aber auch, wenn die begleitete Person zeitweise ihre sozialen Kontakte nicht pflegen möchte. Möglicherweise ändert sich dies zu einem späteren Zeitpunkt wieder.


gemeinsame Freizeitaktivitäten


Angenehme Freizeitaktivitäten fördern die Lebensqualität älterer Person. Wir geben ein paar Beispiele für derartige Freizeitaktivitäten.

In der Natur sein: Zeit in der Natur zu verbringen, kann beruhigend wirken. Dies können Spaziergänge, der Besuch eines Gartens oder das Beobachten von Vögeln sein.

Sich erinnern:
Das Ansehen von Fotoalben, das Hören oder Singen von Liedern aus der Kindheit und Jugend, oder das Wieder-Erzählen von gemeinsamen Erlebnissen können angenehme Erinnerungen wecken.

Kreativ sein: gemeinsames Malen, Musizieren, Backen oder Handarbeiten können Freude bereiten, die Kreativität fördern und älteren Menschen helfen, sich auszudrücken. Diese kreativen Aktivitäten sollten die Vorlieben und Fähigkeiten der begleiteten Person berücksichtigen.

Spiele spielen: das Spielen von einfachen Karten- oder Brettspielen kann unterhaltsam sein. Der Fokus sollte hierbei auf das Durchführen einer gemeinsamen Aktivität und weniger auf der Perfektion der Ausführung dieser Spiele liegen.


die Selbständigkeit deines Angehörigen fördern


Mit zunehmendem Alter oder fortschreitender Erkrankung werden ältere Menschen zunehmend eingeschränkter im Durchführen alltäglicher Aktivitäten. Achte trotzdem darauf, dass sie diese Aktivitäten möglichst selbstständig ausführen. Dies hilft, ihre Unabhängigkeit länger zu bewahren.

Die folgende drei Aspekte tragen dazu wesentlich bei:

Motivieren und loben
: Ermutige die ältere Person, Aufgaben, die sie noch bewältigen kann, selbst auszuführen und nimm ihr diese nicht ab. Auch wenn es länger dauert oder die Tätigkeit nicht perfekt ausgeführt wird, ist das Gefühl der Selbstständigkeit für die ältere Person und dein Lob von großer Bedeutung.

Gemeinsame Entscheidungen treffen
: Beziehe die betreute Person in Entscheidungen ein, die alltägliche Aktivitäten betreffen. Dazu können einfache Fragen anregen: „Was möchtest du heute anziehen?“ oder „Welches Gericht wollen wir gemeinsam kochen?“ Selbst kleine Entscheidungen fördern das Gefühl von Kontrolle und Selbstbestimmung.

Respekt zeigen
: Jeder Mensch mag gewisse Aktivitäten und lehnt andere ab. Nimm die Wünsche und Bedürfnisse der gepflegten Person ernst.
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Praktische Tipps


die Selbstständigkeit erhalten


Nimm der begleiteten Person nichts ab, was sie noch selbst machen will und kann.

Gemeinsame Entscheidungen treffen:
Beziehe die betreute Person in Entscheidungen ein, die ihren Alltag betreffen. Biete einfache und wenige Wahlmöglichkeiten dazu an.

Respekt zeigen:
Beachte die Vorlieben und Bedürfnisse deines Angehörigen.


bei alltäglichen Aufgaben unterstützen 


Haushaltsaufgaben:
Lasse die Person einfache Aufgaben wie Kleidung zusammenlegen oder Pflanzen gießen übernehmen.

Einkaufen:
Erstelle gemeinsam eine Einkaufsliste und gehe zu ruhigen Zeiten in vertraute Geschäfte.

Kochen:
Binde deinen Angehörige bei einfachen Aufgaben wie Gemüse waschen, schneiden oder Tischdecken ein.


soziale Aktivitäten fördern 


Gespräche führen:
Sprich nicht zu leise und in kurzen und klaren Sätzen. Nutze, wenn nötig, Fotos zur Anregung von Erinnerungen.

Teilnahme an Treffen oder Feiern:
Bereite die Person auf soziale Aktivitäten außerhalb des Hauses vor.


Freizeit gestalten


Kreative Tätigkeiten:
Fördere Tätigkeiten wie Malen, Backen, Basteln oder Singen in entspannter Atmosphäre.

Naturerlebnisse:
Organisiere Ausflüge in die Natur oder bringe Pflanzen ins Haus.

Erinnerungen:
Nutze alte Fotos oder Musik, um positive Gespräche über die Vergangenheit anzuregen.

Gemeinsame Aktivitäten:
Unternimm regelmäßige Spaziergänge, höre zusammen Musik oder spiele einfache Spiele mit der begleiteten Person.


Alltags-Beispiele

Beispiel 1
Marco kümmert sich um seine Frau. Sie leidet an Demenz und hat zunehmend Schwierigkeiten, sich morgens selbstständig anzuziehen und wählt manchmal Kleidung aus, die nicht zum Wetter passt.  

Wie kann Marco seine Frau unterstützen?

Er legt die Kleidung für seine Frau jeden Morgen bereit. Sie muss diese nur noch anziehen. Dies spart ihr Zeit und Mühe. 

Da Marco seiner Frau jeden Tag Kleidung zurecht legt, geht es in der Früh schneller und es kommt nicht mehr vor, dass die Kleidung nicht zum Wetter passt. Allerdings büßt Marcos Frau so an Selbstständigkeit ein.

Er zieht seine Frau vollständig an, um sicherzustellen, dass sie immer wettergerechte Kleidung trägt.


Somit geht das Anziehen schneller und Marcos Frau ist immer wettergerecht angezogen. Indem Marco aber das Anziehen vollständig übernimmt, wird seine Frau passiv und verliert die Möglichkeit, ihre Selbstständigkeit lange zu erhalten. Dies könnte auch zu einem Gefühl der Abhängigkeit führen. Zudem könnte es für Marcos Frau einen Eingriff in die Privatsphäre darstellen.

Er ermutigt seine Frau, selbst Kleidung auszuwählen, und bietet ihr Unterstützung an, wenn sie Hilfe benötigt. 


Mit dieser Option fördert Marco die Selbstständigkeit seiner Frau, indem er sie aktiv in den Auswahlprozess einbindet. Durch Unterstützung bei Bedarf wird ihr geholfen, ihre Fähigkeiten zu nutzen, ohne überfordert zu werden. Hierbei ist es auch sinnvoll, den Kleiderschrank strukturiert und nicht zu voll zu halten.

Er legt seiner Frau zwei verschiedene Kleidungsstücke heraus. Sie kann selbst wählen, was sie anzieht.


Sie kann dann selber entscheiden, was sie anziehen möchte. Es bleibt so die Autonomie seiner Frau erhalten. 


Beispiel 2

Anna kümmert sich um ihre Mutter, die durch ihr hohes Alter im Denken abgebaut hat. Anna möchte ihrer Mutter so viel Selbstständigkeit wie möglich lassen. Sie merken beide, dass der wöchentliche Einkauf, den Annas Mutter immer gerne gemacht hat, zunehmend schwieriger wird, da die vielen Reize im Geschäft ihre Mutter verwirren. 


Was könnte Anna tun, um die Situation für ihre Mutter zu erleichtern?

Anna übernimmt den wöchentlichen Einkauf für ihre Mutter. 

Anna merkt, dass das eine Entlastung für ihre Mutter ist, da sie der Reizüberflutung im Geschäft nicht mehr ausgesetzt ist. Sie merkt aber auch, dass ihre Mutter dadurch Selbstständigkeit und Unabhängigkeit einbüßt, was sie merklich belastet. Außerdem fällt eine wichtige Routine der Mutter weg.

Anna schlägt ihrer Mutter vor, ihren wöchentlichen Einkauf zu einem Zeitpunkt zu machen, in dem der Supermarkt nicht so stark besucht ist.

Seit Annas Mutter den Wocheneinkauf nicht mehr am Nachmittag, sondern gleich am Vormittag erledigt, geht es ihr deutlich besser damit. Allerdings vergisst sie immer wieder verschiedene Produkte zu kaufen, was sie sichtlich frustriert.


Gemeinsam mit ihrer Mutter erstellt Anna eine übersichtliche Einkaufsliste für den wöchentlichen Einkauf. 


Die Liste hilft Annas Mutter sich zu orientieren. Sie kann Dinge, die sie in den Einkaufswagen legt, auf der Liste abhaken und vergisst so nichts. Allerdings merkt Anna nach einiger Zeit, dass ihre Mutter der Einkauf sichtlich mental und physisch anstrengt und sie immer sehr müde vom Einkaufen nach Hause kommt.


Anna beschließt ihre Mutter beim Wocheneinkauf zu begleiten.

Anna und ihre Mutter erstellen vor jedem Einkauf eine Liste und gehen zu ruhigen Zeiten einkaufen. Annas Anwesenheit gibt ihrer Mutter Sicherheit, während sie weiterhin selbstständig ihre Einkäufe in den Wagen legt. So bleibt sie aktiv und ihre Selbstständigkeit wird ein Stück weit bewahrt.

Anna schlägt ihrer Mutter vor, statt einem Einkauf mehrere kleine Einkäufe zu machen. 


Mehrmals in der Woche nur wenige Dinge zu besorgen, erleichtert es ihrer Mutter, die Aufgaben schrittweise zu erledigen und überfordert sie weniger. Gleichzeitig bleibt der Einkauf als Routine bestehen und stärkt ihre Selbstständigkeit und Mobilität.


Zum Nachdenken

Welche Aufgaben kann dein Angehöriger derzeit noch selbstständig ausführen?

Bei welchen Tätigkeiten braucht dein Angehöriger Unterstützung? Könnte dein Angehöriger dabei mithelfen? Was wäre hierzu nötig?

Welche gemeinsamen Aktivitäten mit deinem begleiteten Angehörigen bereiten dir Freude? Wie oft führst du diese durch?

Wie belastet fühlst du dich derzeit durch die Betreuung deines Angehörigen? Wer könnte deine Betreuungstätigkeiten abnehmen? Wofür würdest du gerne professionelle Hilfe in Anspruch nehmen?